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Der russische Angriff auf die Ukraine hat die europäischen Staaten zum Umdenken gezwungen, was ihren Erdgasbedarf angeht. Allerdings sind etwa Deutschland und Italien in großem Stil vom russischen Gas abhängig. Die Bundesregierung plant nun einen schnellen Strategiewechsel. 

Russische Exporte 

Deutschland ist abhängig von russischem Gas – das war zumindest öfters in den Medien zu lesen, seitdem Russland seinen Angriff auf die Ukraine begonnen hat. Wie diese Abhängigkeit im Detail aussieht, können zum Beispiel Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) verraten. Im Jahr 2021 nahm der Handel zwischen Deutschland und Russland deutlich zu. Insgesamt handelten die beiden Länder Waren im Wert von 59,8 Milliarden Euro. Im Vergleich zum ersten Pandemiejahr 2020 bedeutet das einen Anstieg um ein knappes Drittel (plus 34,1 Prozent). Dabei überwogen die Importe aus Russland mit 33,1 Milliarden Euro leicht die Exporte in das Land hinein (26,6 Milliarden Euro). 

Metall, Erdgas und Kohle

Dabei machen Erdöl und Erdgas einen Großteil dieser Importe aus Russland aus. Ihr Anteil beträgt 59 Prozent – mit im vergangenen Jahr steigender Tendenz. Weiterhin lieferte Russland Metalle im Wert von 4,5 Milliarden Euro (plus 72,1 Prozent), Kohle (plus 153,0 Prozent) und Mineralölerzeugnisse nach Deutschland. Laut der Bundeszentrale für Politische Bildung (bpb) müht sich Russland bereits seit längerer Zeit, mittels Pipelines durch internationale Gewässer Transitländer vom Handel auszuschließen. Die russische Energiestrategie, veröffentlicht im April 2020, sah weiterhin vor, die russischen Erdgasexporte bis 2035 zu verdoppeln. Dabei sollte vor allem der chinesische Markt eine wichtige Rolle spielen.

Deutschland und Flüssiggas

Um sich vom russischen Erdgas abzukoppeln, fasst Deutschland nun Flüssiggas ins Auge. Die notwendigen Technologien für die Verschiffung und Annahme von Flüssiggas sind in Deutschland gerade mal im Planungsstadium. Dennoch soll in Wilhelmshaven bereits ab Frühjahr 2023 ein Terminal für Flüssiggas in Betrieb genommen werden. Hinzu kommt eine 30 Kilometer lange Pipeline im Landkreis Friesland, die noch bis Ende des Jahres 2023 entstehen soll. Cash.online zufolge kündigte Bundeskanzler Olaf Scholz insgesamt den Bau von zwei LNG-Terminals an, die in Brunsbüttel und Wilhelmshaven entstehen sollen.

Titelbild: © Vittaya_25 / stock.adobe.com

Redaktion: NewFinance Mediengesellschaft mbH

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