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Im Zuge der Maßnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie gingen die Unternehmensinsolvenzen deutschlandweit zurück. Nun ist das Ende der Maßnahmen in Sicht. Die Insolvenzen nehmen laut aktuellen Zahlen wieder deutlich zu.

Regierung verhindert Insolvenzen

Ein kurzer Rückblick. Als im Frühjahr 2020 ersichtlich wurde, dass weite Teile der globalen Wirtschaft ihre Aktivitäten deutlich verringern, wenn nicht sogar ganz aussetzen mussten, entwarfen Regierungen rund um den Globus unterschiedliche Strategien. Auch in Deutschland verhinderten die so entstandenen Maßnahmen zahlreiche Unternehmensinsolvenzen. Mit dabei: ein neues Gesetz zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht. Dieses sah zunächst eine „Aussetzung der haftungsbewehrten und teilweise auch strafbewehrten Insolvenzantragspflicht“ vor – bis zum 30. September 2020. Eine zweite Regelung, die zwischen Oktober 2020 und Januar 2021 galt, sorgte für eine Verlängerung dieser Regel. Aber nur für Unternehmen, die überschuldet, aber nicht zahlungsunfähig waren. Dem Statistischen Bundesamt (Destatis) zufolge gab es bereits im April 2020 13,6 Prozent weniger Insolvenzen als im Vorjahresmonat. Dieser Trend setzte sich im Mai und Juni fort, bevor dann Richtung Herbst der große Rutsch folgte. Minus 18,8 Prozent Insolvenzen im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat; es folgtenminus 35,4 Prozent im August, minus 36,6 Prozent im September und minus 40,8 Prozent im Oktober.

Insolvenzen auch 2021 niedrig

Auch im Jahr 2021 blieb die Insolvenzwelle aus. Die Zahl gemeldeter Unternehmensinsolvenzen sank stattdessen weiter. Auf das ganze erste Halbjahr 2021 gerechnet, stehen 7.408 beantragte Unternehmensinsolvenzen auf dem Papier. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet das ein Minus von 17,7 Prozent.

Weiterhin stieg die Zahl der Verbraucherinsolvenzen im ersten Halbjahr 2021 deutlich an. Im Vergleich zum selben Zeitraum 2020 wuchs sie um mehr als die Hälfte (plus 51,1 Prozent). Als einen der Gründe dafür identifiziert die Wiesbadener Behörde das Gesetz zur schrittweisen Verkürzung von Restschuldbefreiungsverfahren von sechs auf drei Jahre.

Normalisierung im neuen Jahr?

Im Jahr 2022 soll die Zahl der Unternehmensinsolvenzen jedoch wieder wachsen. Einer Studie des Kreditversicherers Atradius zufolge steht ein globales Plus um rund 33 Prozent bevor. „Mit dem Ende staatlicher Stützungsmaßnahmen und dem in Teilen künstlichen Erhalt von Unternehmen wird die Zahl der Insolvenzen wieder auf ein normales Niveau steigen“, erklärt Thomas Langen, Senior Regional Director Deutschland, Mittel- und Osteuropa, dazu. Im laufenden Jahr halten die erweiterten fiskalischen Hilfen verschiedener Märkte sowie eine Fortsetzung der Insolvenzrechtsänderungen die Unternehmensinsolvenzen noch vergleichsweise gering.

Titelbild: © sdecoret / stock.adobe.com
Redaktion: NewFinance Mediengesellschaft mbH

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