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In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung erklärte der Rentenexperte die Hintergründe, wie Altersvorsorge auch in Zeiten der unsicheren Renten funktioniert. Und warnt vor dem nächsten Crash.

Besonders die jüngere Generation sorgt sich um ihre Absicherung im Alter. Bert Rürup, Rentenexperte und ehemaliger Chef der Wirtschaftsweisen, schätzt dennoch: „Die gesetzlichen Renten sind sicher. Ich rechne damit, dass die Politik mit Leistungsrücknahmen recht zurückhaltend sein wird.“ Als Grund seiner Annahme nennt er das steigende Durchschnittsalter der Gesellschaft und somit auch der potenziellen Wähler. Die Legitimation liegt also in der Hand der Wähler. Politiker, so schätzt der Rentenexperte, würden daher eher keine Leistungskürzungen anstreben, um die Wählerstimmen nicht zu verspielen.

Parallel denken: Unbedingt in private Absicherung investieren

Trotz dieser „Absicherung“ rät er jungen Menschen, sich ein zweites Standbein für ihre Altersvorsorge anzuschaffen. „Private Vermögensbildung ist zunehmend wichtiger, um im Alter den gewohnten Lebensstandard aufrechtzuerhalten.“ Genau darin liegt für Rürup jedoch der Fehler im System. „Die Deutschen sparen viel, aber falsch“, kritisiert er. Als Beispiel nennt er die europäischen Nachbarländer mit einem ähnlichen Einkommen – aber einem nahezu doppelt so hohem Vermögen pro Haushalt.

Gerade jüngeren Menschen empfiehlt er ein anderes Sparmodell. Weg vom Bankkonto und hin zu „planmäßigem Aktiensparen“. Die Investition in ETFs – börsengehandelte Indexfonds – nennt Rentenexperte Rürup als „vernünftig“ und lobt zugleich das gestiegene ökonomische Wissen der jüngeren Generation, sich an solch komplexe Systeme heranzuwagen.

Vorsicht: Der nächste Crash wird kommen

Die Verbraucherzentrale hat die wichtigsten Punkte für eine Anlage in ETFs zusammengefasst. Entscheidend ist demnach, dass Anleger beim Kauf eines Produktes darauf achten sollten, den richtigen Index für ihr Anlageziel auszuwählen. Rürup warnt aber auch davor, zu kurzfristig zu planen. „Man sollte nicht glauben, den derzeit positiven Trend an den Kapitalmärkten bedenkenlos fortschreiben zu können. Der nächste Crash wird kommen.“ Bereits vor rund 20 Jahren sei schließlich die New-Economy-Blase geplatzt mit dem resultierenden Absturz der Telekom-Aktie. Die als Volksaktie beworbene Sparanlage habe der Aktienkultur geschadet, meint Rürup.

Um trotz privater Absicherung ein stabiles Rentensystem zu erhalten, spricht sich Bert Rürup für die Anhebung des Rentenalters aus, nennt aber noch zusätzliche Maßnahmen. Rentenpolitik sei immer auch Verteilungspolitik, sagt er. Reine Mathematik ersetzte dies nicht. „Jedem gestaltenden Schritt in der Politik muss ein Mehrheiten beschaffender Prozess vorausgehen.“ Angesichts des bereits hohen Alters der Wähler sieht er keine Mehrheit für eine weitere gesetzliche Anhebung der Altersgrenze. Als Lösung nennt er die Veränderung des „Finanzierungsmixes der gesetzlichen Rente“, indem die Politik den Steueranteil ein wenig erhöht.

Titelbild: © pfluegler photo / stock.adobe.com

Redaktion: NewFinance Mediengesellschaft mbH

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