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Frustration bei den Bierbrauern: Anstelle der Konsumenten sind es derzeit eher die Fässer, die voll sind. Während des Lockdowns stieg der durchschnittliche Bierkonsum in den eigenen vier Wänden zwar an, aber abgesagte Großveranstaltungen sowie geschlossene Bars und Gaststätten sorgen für ein historisches Tief und machen den Unternehmen schwer zu schaffen. Doch gibt es ein Licht am Boden des Fasses oder wird das Bier schon lack?

Absturz

Alle Zeichen stehen auf Absturz – jedoch nicht für wilde Partygänger, sondern für den Bierabsatz. Die Analyse des Statischen Bundesamts zeigt, dass der Bierabsatz in Deutschland bereits seit Jahrzehnten rückläufig ist. Nun hat er ein historischen Tief erreicht. 1993, dem Jahr der Neufassung des Biersteuergesetztes, wurden 11,21 Milliarden Liter Bier abgesetzt. Seither sank der Wert kontinuierlich und liegt nun bei 8,7 Milliarden Litern. Das entspricht einem Verlust von 23,3 Prozent oder 2,5 Milliarden Litern.

Pegel zu niedrig

Der Bierabsatz sinkt steil nach unten. Denn zur ohnehin schwierigen Situation kam auch noch die Corona-Krise hinzu. Den rückläufigen Trend verstärkten zusätzlich die Schließung von Bars und Gaststätten. So wurden während des Lockdowns im April und Mai 17 und 13 Prozent weniger Bier verkauft als im Vorjahr. Durch die Lockerungen im Sommer kam es zu einer leichten Erholung des Marktes. Doch die erneut verschärften Beschränkungen sorgten für einen weiteren drastischen Rückgang des Bierabsatzes. Im November 2020 wurden 14 Prozent weniger abgesetzt als 2019. Laut Pressemittleilung des Deutschen Brauer-Bundes (DBB), ist die Krise weitaus tiefer als die Absatzzahlen vermuten lassen. Hauptgeschäftsführer des DBB, Holger Eichele, erklärt:

„Der mehrmonatige Lockdown der Gastronomie, das Verbot von Veranstaltungen und der Kollaps wichtiger Auslandsmärkte hat die Brauwirtschaft schwer getroffen“. Besonders Betriebe, die einen großen Teil an die Gastronomie absetzen, haben nun „massive und oftmals existenzbedrohende Umsatzeinbrüche, die in einzelnen Fällen bis zu 70 Prozent betragen.“

Bitte kauft Bitt

Unterdessen versuchen laut WirtschaftsWoche immer mehr Supermärkte ihren Bierabsatz anzukurbeln, indem sie die Preise extrem senken. Bekannte Marken wie Warsteiner, Becks und Krombacher wurden teilweise bis zu 35 Prozent billiger angeboten. Robert Schreck, Experte für Markt- und Preisforschung, sieht die Preissenkungen laut Bericht auch als Maßnahme, um die „coronabedingte Überproduktionen abzubauen“.

Titelbild: © photocrew / stock.adobe.com

Redaktion: NewFinance Mediengesellschaft mbH

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