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Seit der Freigabe des Fernbusmarktes 2013 liefert sich die Deutsche Bahn einen erbitterten Konkurrenzkampf mit Fernbusanbietern. Anbieter wie Flixbus und Pinkbus sind wegen ihrer günstigen Angebote besonders bei jungen Leuten beliebt. Nun aber legt die Bahn ein Angebot auf den Tisch, dass in der Fernbus-Branche für Verärgerung sorgt. Doch wie sieht dieses Angebot aus? Und warum fühlen sich Fernbusanbieter benachteiligt?

Bahn will junge Leute in den Zug locken

Die Pressestelle der Deutschen Bahn kündigte jüngst ihr neustes Angebot an: Im Rahmen des „Super Sparpreis Young“ können junge Kunden bis einschließlich 26 Jahre ihre Fahrkarten jetzt noch günstiger erwerben. DB-Fernverkehrsvorstand Michael Peterson erklärt: „Bahnfahren liegt bei jungen Menschen voll im Trend. Wir wollen, dass das so bleibt und sich noch mehr junge Leute für eine umweltfreundliche Reise mit der Bahn entscheiden. Daher machen wir Bahnfahren für diese Altersgruppe nochmal günstiger.

Vom 08. September bis zum 01. November 2020 können ICE-Fahrten für einen Preis ab 12,90 Euro gebucht werden. Mit einer Kundenkarte kann der Ticketpreis sogar unter zehn Euro Fallen. „Das ist ICE-Fahren zum Taschengeld-Preis“, sagt Peterson. Das Aktionsangebot ist laut Pressemitteilung auf die Bedürfnisse junger Leute ausgerichtet, da diese nun auch für spontane Reisen günstige Zugpreise bekommen können.

Ärger in der Bus-Branche

Auch wenn es bei jungen Leuten gut ankommen könnte, ist nicht jeder über dieses neue Angebot glücklich. Seit der Liberalisierung des Fernbusmarktes in 2013 sind junge Leute eine der Hauptzielgruppen von Fernbusanbieter wie Flixbus oder Pinkbus. Sie werden durch die teilweise deutlich günstigeren Preise angelockt und können die längeren Fahrtzeiten eher in Kauf nehmen als Berufstätige. Deshalb ist Christian Höber, Gründer und Chef des Kölner Fernbus-Anbieters Pinkbus, nicht sehr erfreut über die Preissenkung bei der Deutschen Bahn. „Solche Preise sind Wettbewerbsverzerrung“, kritisiert er gegenüber der Rheinischen Post. „Sobald die Bahn nicht nur schneller, sondern auch günstiger ist, haben Anbieter wie wir kaum eine Chance mehr.“ Seiner Meinung nach reichen diese günstigen Ticketpreise gar nicht aus, um die Kosten der Bahn zu decken, könnten also für Verluste sorgen: „Und dann wird im Zweifel nach dem Staat gerufen und die Hand aufgehalten. So war es ja auch schon zu Beginn der Corona-Krise, als man wochenlang das Angebot im Fernverkehr zu fast 100 Prozent aufrecht erhalten hat.“

„Masterplan Schienenverkehr“

Wenn es nach Verkehrsminister Andreas Scheuer geht, dann erhält die Deutsche Bahn auch noch weitere Förderung. Ende Juni stellte er seine Pläne vor für den Umbau des Bahnsystems. Zugunsten von Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit. Außerdem sollen sich die Passagierzahlen bis 2030 auf 280 Millionen erhöhen. Aus dem Bericht der Süddeutschen Zeitung geht jedoch hervor, dass das momentane Schienennetz diesen Kraftakt nicht bewältigen kann. Der Finanzbedarf für den hierfür notwendigen Ausbau und Neubau von Zugstrecken liegt bei 74 Milliarden Euro. Im Bundeshaushaltsplan sind jährlich 1,5 Milliarden für Investitionen in Schienensysteme vorgesehen. Die Opposition bezweifelt, dass das Geld für die ambitionierten Pläne ausreichen wird: „Bisher ist vollkommen mysteriös, woher das Geld dafür kommen soll“, warnt Sven-Christian Kindler, Politiker bei den Grünen.

Titelbild: © pfluegler photo / stock.adobe.com

Redaktion: NewFinance Mediengesellschaft mbH

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