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Die Corona-Krise stellt für viele Unternehmen eine große Herausforderung dar. Nicht aber für diese Tech-Giganten: Der Umsatz von Amazon, Google, Apple und Facebook stieg in letzter Zeit sogar noch weiter an. Nun aber stellt sich die Frage, ob diese Unternehmen mittlerweile sogar zu mächtig sind. Um dieser Frage auf den Grund zu gehen wurden die Firmenchefs vom US-Kongress befragt. Doch gegen welche Vorwürfe mussten sie sich verteidigen und wie sehen die Stellungnahmen aus?

Vermögen der Tech-Milliardäre steigt weiter

Betrachtet man das Vermögen von zwei der vorgeladenen Geschäftsführer, so wird der Einfluss der Technologiekonzerne ersichtlich. Jeff Bezos, reichster Mensch der Welt und Chef von Onlineversandhaus Amazon, konnte seine Finanzen laut ntv in diesem Jahr um rund 64 Milliarden Dollar vermehren. Sein Gesamtvermögen liegt nun bei 178 Milliarden Dollar. In einer Zeit, die für viele Menschen eine Krise darstellt, konnte Bezos an nur einem einzigen Tag 13 Milliarden Dollar erwirtschaften. Hinter Microsoft-Gründer Bill Gates folgt dann Facebook-Erfinder Mark Zuckerberg auf Platz drei. Sein Vermögen wird auf 87,5 Milliarden Dollar beziffert. Es ist dieses Jahr um neun Milliarden gewachsen. Bei so einem Reichtum ist es nicht verwunderlich, dass nun der Frage nachgegangen wird, ob die Marktmacht der Unternehmer mittlerweile zu groß ist.

Zu viel Macht?

Nach mehr als einem Jahr Ermittlungen folgte nun die mehr als fünfstündige Anhörung. Anstatt die Chefs der „Big Four“, also Amazon, Apple, Facebook und Google, nach Washington zu zitieren, wurden sie aufgrund von COVID-19 per Videokonferenz hinzugeschalten. Laut Tagesschau wurde die Einstellung der Politiker gegenüber der Tech-Bosse sehr schnell deutlich:

„Viele Praktiken der Tech-Unternehmen beschädigen unsere Wirtschaft. Sie verhindern Unternehmertum, zerstören Arbeitsplätze, verteuern Produkte. Vereinfacht gesagt: Sie haben zu viel Macht“

Neben der allgemeinen Frage, ob die Unternehmen zu viel Marktmacht besitzen, wurden auch spezifische Vorwürfe vorgebracht. Amazon Chef Bezos wird beschuldigt die Händlerdaten zu nutzen, um Konkurrenzprodukte anzubieten und andere Wettbewerber zu verdrängen. Bei Google verhält es sich ähnlich. Hier werden angeblich Suchergebnisse manipuliert, um mächtige Konkurrenten auszubooten. Ebenfalls kritisiert wurden die hohen Verkaufsprovisionen, die Appentwickler an Apple zahlen müssen. Laut Spotify gehen zwischen 15 und 30 Prozent des Erlöses an das Unternehmen von Tim Cook. Mark Zuckerberg musste sich gegen Vorwürfe verteidigen andere Wettbewerber aufzukaufen und somit zu neutralisieren. Durch den Kauf von Instagram und WhatsApp sei Facebook zu dominant geworden.

Stellungnahme und Aussichten

Mit ihrer vorab veröffentlichten Stellungnahmen versuchten die vier Chefs die Situation zu entschärfen. Sie wiesen auf ihre Anfänge hin und drauf, dass sie mit sehr wenig anfingen und daraus ihren Erfolg aufbauten. Sie stellen keine Bedrohung dar, sondern bieten nützliche Produkte und Dienstleistungen an, schaffen so Millionen von Arbeitsplätzen. Jeff Bezos sprach in seinem sehr persönlichen Statement auch über seine alleinerziehende Mutter und seine Kindheit.

Auch während dem Kongress wurde eine ähnliche Strategie befolgt. Den Berichten von „Spiegel“ und „Welt“ zufolge zeigten sich die Befragten bescheiden und zurückhaltend. Angriffe wurden zumeist abgewehrt. Einige Antworten werden allerdings noch nachgereicht. Nun gilt es abzuwarten, zu welchen Erkenntnissen der Kongress kommt und welche Schritte folgen werden.

Titelbild: © pfluegler photo / stock.adobe.com

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