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Die Tabakindustrie hat mit einigen Herausforderungen zu kämpfen: Seit 2007 herrscht in Deutschland Rauchverbot in Gaststätten und Werbung ist aufgrund von Gesundheitsrisiken in Radio, Fernsehen, Zeitungen und Zeitschriften verboten. Nach einem Bericht könnte es sogar sein, dass die große Koalition Tabakwerbung ab dem 1. Januar 2022 komplett unterbinden wird. Das hat seine Gründe; denn laut dem Bundesministerium für Gesundheit wird Rauchen als das „größte vermeidbare Gesundheitsrisiko“ in Deutschland bezeichnet. 120.000 Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr an den Folgen des Tabakkonsums.

Die Konzerne denken um

Phillip Morris International ist mit einem Nettoumsatz von 29,6 Mrd. Dollar der zweitgrößte Tabakkonzern der Welt und kann Markennamen wie Marlboro, Chesterfield oder L&M sein Eigen nennen. Das Unternehmen ist seit dem vergangenen Jahr mit Anti-Rauch-Kampagnen aufgefallen. So war beispielsweise in der „Welt“ vom 9. September 2019 eine Anzeige mit der Botschaft: „Unsmoke – Wer nicht raucht, sollte nicht anfangen. Wer raucht, sollte aufhören. Wer nicht aufhört, sollte wechseln.“ Der Konzern positioniert sich als moralisch verantwortlich und vertritt öffentlich seine Vision einer rauchfreien Zukunft. Kritiker hingegen sehen darin eine Werbemaßnahme um Raucher von alternativen Produkten, wie der E-Zigarette IQOS zu überzeugen, die auch zum Tabakkonzern gehört.

Liegt die Zukunft in E-Zigaretten?

2018 wurden laut einer Studie 67 Milliarden Zigaretten in Deutschland verkauft. Das sind 2 Milliarden weniger (2,5 Prozent) als im Vorjahr. Trotz des Konsumrückgangs zeigt sich das Tabakgeschäft weiterhin profitabel. Die Zigaretten Ausgaben stiegen sogar um 100 Millionen Euro auf 19,4 Milliarden Euro an. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass die circa 20 Millionen deutschen Raucher die steigenden Zigarettenpreise mitmachen. Während 2002 eine Zigarette noch rund 15 Cent kostete, hatte sich der Preis bis zum 01.03.2019 mit 33 Cent mehr als verdoppelt. Trotz der weiterhin soliden Umsätze lohnt sich ein Blick auf den E-Zigarettenmarkt. Denn für das laufende Jahr prognostiziert der Branchenverband Bündnis für Tabakfreien Genuss (BfTG) einen Marktzuwachs von 25 Prozent auf etwa 500 Millionen Euro. Aktuell nutzen etwa zwei Millionen Deutsche E-Zigaretten, von denen der Löwenanteil Ex-Raucher sind. Nur etwa ein Prozent der Nichtraucher beginnt mit dem E-Zigaretten-Konsum.

 

Titelbild: © sdecoret / stock.adobe.com

Redaktion: NewFinance Mediengesellschaft mbH

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